5/5 (1) Nextcloud installieren | Teil 4 – Nextcloud 22 installieren

Nextcloud Installieren und richtig Konfigurieren

Im vierten Teil der Artikel-Serie ‚Nextcloud installieren‚, werden wir nun endlich Nextcloud 22 auf unseren erstellten Ubuntu-Server installieren und die grundlegende Konfiguration für den reibungslosen Betrieb erstellen.

Navigation Artikel-Serie ‚Nextcloud installieren‘

Nextcloud installieren
Nextcloud installieren

Nextcloud installieren – Einspielen der Nextcloud-Installationsdateien

Aktualisierung Ubuntu-Server

Nach der Anmeldung via Terminal an unserem installierten Ubuntu-Server, werden wir zunächst wie immer eine Aktualisierung unseres Servers vornehmen. Wie das funktioniert, habe ich euch ja in Teil 1 dieser Artikel-Serie unter Schritt 9 schon gezeigt. Haben wir die Aktualisierung unseres Ubuntu-Server´s durchgeführt, beginnen wir mit dem Einspielen der Nextcloud-Installationsdateien.

Nextcloud installieren – Vorbereitung zum Einspielen der Installationsdateien

Zunächst müssen wir uns noch ‚Unzip‘ per Terminal auf unseren Ubuntu-Server installieren, damit wir im späteren Verlauf die Nextcloud-ZIP-Installationsdatei extrahieren können.

apt-get install unzip
Installation Unzip auf Ubuntu-Server
Installation Unzip auf Ubuntu-Server

Nextcloud Installations-Archiv herunterladen

Ist die Installation von ‚Unzip‘ abgeschlossen, können wir nun mit dem Einspielen der Installationsdateien von Nextcloud beginnen.

Hierzu benötigen wir noch den Downloadpfad für den Bezug der Installationsdateien. Diesen bekommen wir auf der Downloadseite von Nextcloud. Hier klickt ihr per Rechtsklick auf den Pfad zum Download des ZIP-Archivs und kopiert diesen Pfad, damit ihr diesen Pfad im Terminal-Fenster später einfügen könnt (Bild 2 und Bild 3). Haben wir diesen Pfad in die Zwischenablage kopiert, können wir im Terminal-Fenster mit der Installation / Einspielen beginnen.

Einspielen, Extrahieren und Installieren des Nextcloud-Archiv

Im Terminal-Fenster von unserem Ubuntu-Server, wechseln wir zunächst in das Webserver-Verzeichnis ‚/var/www/‘ und laden uns hier die Archi-Datei von Nextcloud herunter (Bild 4) und entpacken dieses Archiv mit Hilfe von Unzip in das Verzeichnis (Bild 5).

// Archiv herunterladen

wget https://download.nextcloud.com/server/releases/nextcloud-22.2.0.zip

// Archiv entpacken (Bitte die Versionsnummer eurer heruntergeladenen ZIP-Datei anpassen)

unzip nextcloud-22.2.0.zip

// Überprüfung Webserver-Verzeichnis nach der Installation

ls

// Nach der Installation müssen im Verzeichnis /var/www/ die folgenden Ordner / Dateien vorhanden sein /Bild 6)

html  nextcloud  nextcloud-22.2.0.zip

Berechtigungen für das Nextcloud-Verzeichnis vergeben

Als nächstes müssen wir nun die Berechtigungen für Apache auf dieses Nextcloud-Verzeichnis erweitern, damit Apache die erforderlichen Berechtigungen für das Schreiben und Lesen hat. (Bild 7)

Dieses können wir durch den folgenden Befehl erreichen.

// Berechtigungen für Apache auf das Verzeichnis nextcloud vergeben

chown -R www-data:ww-data nextcloud
Bild 7 Berechtigungen erteilen
Bild 7 Berechtigungen erteilen

Löschen der Nextcloud-Archiv-Datei

Zu guter Letzt, müssen wir noch die Archiv-Datei von Nextcloud aus dem Verzeichnis löschen (Bild 8).

// Löschen der Archiv-Datei (bitte entsprechend eurer aktuellen Nextcloud-Archiv-Datei anpassen)

rm nextcloud-22.2.0.zip
Bild 8 Nextcloud-Archiv-Datei löschen
Bild 8 Nextcloud-Archiv-Datei löschen

Nextcloud installieren – Anpassung der Apache2-Konfiguration

Apache-Konfiguration für Nextcloud anpassen

Nach der erfolgreichen Installation von Nextcloud auf unserem Ubuntu-Server, müssen wir unseren Webserver ‚Apache‘ noch mitteilen, wo er die Nextcloud-Dateien findet. Weiterhin müssen wir noch Regeln (rewrite) setzen, damit unberechtigte Zugriffe auf die Verzeichnisse von außen nicht stattfinden können.

Um Apache mitzuteilen, in welchem Verzeichnis er für die Nextcloud-Instanz schauen soll, müssen wir zunächst die Apache-Konfiguration entsprechend anpassen.

// In das Verzeichnis von Apache wechseln

cd /etc/apache2/sites-availble

// Bearbeiten der default-config mit dem Nano-Editor

nano 000-default.conf

Im Nano-Editor müssen wir Apache mitteilen, wo er bei einem Aufruf des Webservers, die Nextcloud-Instanz finden kann. Hierzu ändert ihr die Config wie in Bild 9 mit den erforderlichen Angaben zum Dokumenten-Pfad ab und speichern die Config mit ‚STRG+O und Enter‘ ab und verlassen mit ‚STRG+X‘ den Nano-Editor.

Rewrite-Regel bei Nutzung eines Full Qualified Domain Name

Bei einen öffentlich erreichbaren Webserver beziehungsweise einen Webserver, der unter einer Domain erreichbar sein wird, könnt ihr in diesem Zuge, gleich die nötigen Rewrite-Regeln wie in Bild 9 zu sehen, eintragen.

Weitere Informationen zum Rewrite-Modul
// DocumentRoot anpassen (siehe Bild 9)

        ServerAdmin webmaster@localhost
        DocumentRoot /var/www/nextcloud

// Permanente HTTPS-Weiterleitung anlegen (siehe Bild 9)

        RewriteEngine on
        ServerName 127.0.0.1
        Redirect permanent / https://172.16.16.34/

// !!! Bitte die Anmerkungen in Bild 9 beachten !!!

Nextcloud installieren – Status und Syntax des Apache-Service überprüfen

Nach der erfolgreichen Änderung der Config-Datei müssen wir diese Config testen und nach positiver Rückmeldung „Syntax OK“, diese Config neu laden.

// config Testen

apachectl configtest

// Rückmeldung "Status OK"

config neu laden

systemctl reload apache2.service

Fehlermeldung – AH00558: Could not reliably determine the server’s fully qualified domain name

Sollte ihr beim configtest die oben genannte Fehlermeldung erhalten, so müsst ihr noch eine Anpassung in der /etc/apache2/apache2.conf vornehmen. Hierzu öffnet ihr ihr diese Datei mit dem Nano-Editor ’nano /etc/apache2/apache2.conf‘ und am unteren Ende gibt ihr noch ‚ServerName 127.0.0.1‘ ein.

# vim: syntax=apache ts=4 sw=4 sts=4 sr noet

ServerName 127.0.0.1

Anpassung der SSL-Verbindung

Der Zugriff via http:// ist nach unserer Anpassung schon verfügbar. Damit wir aber auch via einer verschlüsselten https:// Verbindung auf unsere Cloud zugreifen können, müssen wir noch Anpassungen in der ‚default-ssl.conf‘ vornehmen.

// Mit dem Nano-Editor die default-ssl.conf bearbeiten

nano default-ssl.conf

In dieser Config-Datei müssen wir jetzt noch die folgenden Änderungen vornehmen. Als erstes müssen wir auch hier den ‚ServerName 127.0.0.1‘ sowie das Verzeichnis DocumentRoot von ‚/var/www/html‘ auf ‚/var/www/nextcloud‘ setzen beziehungsweise ändern (siehe Bild 10). Solltet ihr einen öffentlichen Webserver betreiben, muss hier die Domain eingetragen werden, die auf euren Nextcloud-Server zeigen soll.

Handler für PHP-FPM setzen

Jetzt müssen wir noch den Handler für FPM setzen und diesem Handler auch die Berechtigung auf das Nextcloud-Directory vergeben. Dieses machen wir durch die folgenden Ergänzungen in der Config-Datei ‚default-ssl.conf‘.

// DocumentRoot setzen und ServerName ändern

ServerName 127.0.0.1
DocumentRoot /var/www/nextcloud




// PHP-FPM-Handler setzen und Berechtigung auf das Nextcloud Directory erteilen.

               <Directory /var/www/nextcloud>
                Options +FollowSymlinks
                AllowOverride All
                        <IfModule mod-dav.c>
                        Dav off
                        </IfModule>
                SetEnv HOME /var/www/nextcloud
                SetEnv HTTP_HOME /var/www/nextcloud
                </Directory>

Sind die benötigten Einträge in die Config-Datei gesetzt worden, dann bitte wieder diese Datei im Nano-Editor mit ‚STRG+O und Enter‘ abspeichern und mit ‚STRG+X‘ den Editor verlassen.

Zum Schluss überprüfen wir nochmals den Syntax mit dem folgenden Befehl.

// Syntax überprüfen

apache2ctl configtest

// Ergebnis sollte wie folgt aussehen

Syntax OK

Danach starten wir den Dienst nochmals neu…

// Dienst neu starten

apache2ctl restart

Nextcloud installieren – Aufruf der Nextcloud-Weboberfläche via https://

Soweit haben wir alle erforderlichen Einstellungen an unserem Webserver vorgenommen, damit ein verschlüsselter Zugriff über das Protokoll https erfolgen kann.

Daher sollte bei einem Aufruf der IP-Adresse / Domain über euren Browser, das Ergebnis aussehen wie im Bild 12 zu sehen ist.

Bild 12 Verschlüsselte Verbindung Nextcloud
Bild 12 Verschlüsselte Verbindung Nextcloud

Zusammenfassung – Nextcloud installieren

In diesem Teil der Artikel-Serie haben wir die Installations-Dateien für Nextcloud erfolgreich eingespielt, die Installation von Nextcloud durchgeführt und die ersten Einstellungen in der Shell für den Betrieb vorgenommen.

In Teil 5 dieser Artikel-Serie „Nextcloud installieren“, werden wir die Installation in der Weboberfläche von Nextcloud fortführen.

Möchtest du den nächsten Teil dieser Artikel-Serie nicht verpassen, dann melde dich doch bei meinem Newsletter an. Weiterhin kannst du bei Problemen auch gerne mit über das Kontakt-Formular eine Nachricht zukommen lassen.

Verpasse keine neuen Beiträge mehr

Danke sagen und diesen Blog unterstützen…

Danke sagen…

Wer von euch diesen Blog gerne unterstützen möchte, der kann aus verschiedenen Arten der Spenden auf der Seite ‚Unterstützen‘ wählen.

Wie hat dir der Beitrag gefallen?

Ich bin schon ewig mit der IT verbunden und interessiere mich hauptsächlich für die Themen IT-Sicherheit, Programmierung und Gesellschaft. Betreibe diesen Blog aus Leidenschaft und setze mich für eine sichere IT-Landschaft ein, um das Recht auf Privatsphäre mit kleinen Mitteln zu schützen. Freue mich immer über Kommentare von euch und wenn es mir möglich ist, helfe ich gerne. Möchtest du mir einen Kaffee über Ko-Fi spendieren, dann klicke einfach auf diesen Link?!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.