Heutiges Datum:20. November 2019

5/5 (2) ProtonMail Test 2019


Wie gut ist der Emaildienst ProtonMail wirklich?

In diesem Artikel ProtonMail Test schaue ich mir den Dienst von ProtonMail genauer an. Kann der Email-Provider mit Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit wirklich überzeugen? Diesen Fragen und auch anderen Themen möchte ich auf den Grund gehen und euch somit die Entscheidung ob dieser Provider für verschlüsselte Emails etwas sein kann, erleichtern. 

Es gibt natürlich genug andere Berichte über ProtonMail, doch entwickelt sich dieser Anbieter immer weiter und daher möchte ich mit diesem Test / Artikel euch einen aktuellen Überblick verschaffen. 

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Die Geschichte von ProtonMail 

Wir bauen ein Internet auf, dass die Privatsphäre schützt, beginnend mit E-Mails.

Mit diesem Leitspruch präsentiert sich die Firma ProtonMail auf seiner Webseite. 

Gegründet wurde der Freemail E-Mail-Dienst im Jahr 2013 von den ehemaligen CERN-Mitarbeitern Jason Stockman, Andy Yen und Wei Sun und ist heute in einer Aktiengesellschaft mit Sitz in der Schweiz firmiert.

Des Weiteren wurde für den VPN-Dienst ProtonVPN (hier geht zum Test von ProtonVPN) eine eigene Aktiengesellschaft gegründet.  

ProtonMail ist Open Source und hat heute weit mehr als 5.000.000 Nutzer weltweit. Damit ist dieser Mail-Dienst einer der führenden Anbieter für den Versand von verschlüsselten E-Mails. 


Vielleicht auch was für dich…

In diesem Test habe ich mir den VPN-Dienst von protonVPN genauer angeschaut. Schaue einfach mal rein…


Was bietet der Dienst von ProtonMail?

Wie der obengenannte Leitsatz schon aufzeigt, geht es bei diesem E-Mail-Dienst darum, jedem Nutzer die Möglichkeit an die Hand zu geben, seine Privatsphäre durch verschlüsselten E-Mail-Versand zu schützen. Für diese Verschlüsselung der E-Mails wird hier der OpenPGP-Standard gesetzt. Diese Verschlüsselungstechnologie einzusetzen war in der Vergangenheit eher den Nerds unter den Computernutzern vorbehalten, da das Implementieren dieser Verschlüsselungsmethode nicht gerade einfach umzusetzen war. Gerade bei einer falschen Implementierung von Verschlüsselungsmethoden kommt es immer wieder zu Fehlern. Als Beispiel ist hier die Software zu nennen, die im großen Stil für die Übertragung der Wahldaten bei der letzten Bundestagswahl zuständig war. Hier haben Mitglieder des Chaos-Computer-Clubs (CCC) sich die Software zur Übermittlung der Wahlstimmen genauer angeschaut und dabei eine falsche Implementierung der Verschlüsselung festgestellt (hier geht es zum Bericht). 

Um das sichere Versenden von E-Mails der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, hat sich ProtonMail darauf spezialisiert, die Erstellung von verschlüsselten E-Mails so einfach wie möglich für jeden User zu gestalten. Die Handhabung ist hier ähnlich wie bei anderen Webmailer (GMX, Freemail und andere), aber zu dieser Thematik später mehr. 

Bedienung und Funktionen von ProtonMail 

Zunächst möchte ich euch gerne einen Überblick über die Bedienung und die Benutzeroberfläche des Webmailer geben und danach stelle ich euch die einzelnen Funktionen von ProtonMail vor. 

Bedienung und Benutzeroberfläche Webmailer ProtonMail

Man muss schon sagen, dass die Verantwortlichen für das Design und Bedienungskonzept des Webmailer von ProtonMail in meinen Augen ein großes Lob verdient haben. Das Designkonzept empfinde ich als sehr ansprechend und gut durchdacht. Da hat sich einer oder mehrere Leute wirklich Gedanken gemacht und diese auch sehr gut in die Tat umsetzen lassen. Die Bedienung sollte jedem leicht von der Hand gehen. Die Benutzeroberfläche ist bei dem Webmailer klar und übersichtlich dargestellt.

ProtonMail – Eine Insellösung oder nicht? 

Bei dem Beginn des ProtonMail-Dienstes war dieser Email-Provider wirklich eine Insellösung in der Hinsicht, dass nur verschlüsselte E-Mails von ProtonMail-Nutzer zu ProtonMail-Nutzer versendet werden konnten (daher das Wort “Insellösung”). Seit 2018 ist dieses Vorgehen nun Geschichte und es ist möglich, auch anderen externe Dienste die OpenPGP nutzen, eine verschlüsselte E-Mail zukommen zu lassen. 

Weiterhin ist es auch möglich Nutzer, die keinen verschlüsselten E-Mail-Dienst nutzen, trotzdem eine verschlüsselte Nachricht zuzusenden, die sie dann mithilfe eines vorher mitgeteilten Passwort, auf der Internetseite des ProtonMail-Dienstes öffnen können. Die Nutzer brauchen hier nur auf den eingebauten Link in der Nachricht von ProtonMail in ihrem Postfach klicken und werden dann zum E-Mail-Dienst von ProtonMail weitergeleitet, wo sie dann nach der Eingabe des mitgeteilten Passwortes, die E-Mail öffnen können.  

ProtonMail Bridge – Verschlüsselte E-Mails mit Microsoft Outlook, Mozilla Thunderbird und Apple Mail versenden 

Eine weitere Erneuerung ist die sogenannte ProtonMail Bridge. Mit dieser Bridge ist es nun möglich verschlüsselte E-Mails direkt aus den gängigsten E-Mail-Desktop-Clients heraus via IMAP und SMTP heraus zu versenden oder zu empfangen, ohne den Umweg über den Webmailer gehen zu müssen.

Installation der ProtonMail Bridge am Beispiel von Outlook 

Die Installation der ProtonMail Bridge ist für ein bisschen versiertere User einfach zu bewerkstelligen. Soll heißen, jeder der ein Mailkonto in Microsoft Outlook einrichten kann, der kann auch die Bridge einrichten.

Wie die Installation bei Outlook funktioniert zeige ich euch hier:

Zunächst ladet ihr euch einfach die ProtonMail Bridge von der Webseite herunter. Den Link für den Download findet ihr hier:


Download ProtonMail Bridge

Wichtig zu Wissen ist es, dass die ProtonMail Bridge nur mit den bezahlten Tarifen Plus, Professional sowie Visionary funktioniert.
Auf der Webseite gibt es den Download für die folgenden Betriebssysteme:

– Windows
– macOS
– Linux (Beta)


Zunächst meldet ihr euch im Webmailer auf der Login-Seite von ProtonMail an.

Danach ladet ihr euch die Protonmail-Bridge herunter und installiert diese.

Bei der Installation der Bridge geht ihr wie bei jeder anderen üblichen Installation auf eurem Betriebssystem vor. Hierbei gibt es nichts Besonderes zu beachten.

ProtonMail Bridge-Installer starten
ProtonMail Bridge-Installer starten

Nach der erfolgreichen Installation der Bridge müsst ihr diese nur noch durch das Klicken auf den Button „Run ProtonMail Bridge“ starten und dann wird dieses Programm im Hintergrund ausgeführt.

Bridge-Agenten starten
Bridge-Agenten starten

Kurz zur Funktion der ProtonMail Bridge – Die Bridge läuft im Hintergrund / Dienst auf eurem Rechner und ver- und entschlüsselt eingehende sowie ausgehende E-Mails von eurem ProtonMail-Account / Adresse. So könnt ihr eure E-Mail-Adressen von ProtonMail bequem von eurem gewohnten E-Mail-Client aus nutzen. 

Möchtet ihr alle E-Mail-Adressen, die ihr in eurem Account habt in einem Posteingang im E-Mail-Client nutzen wollen, dann braucht ihr nichts weiter machen. Möchtet ihr aber lieber eine einzelene Adresse nutzen wollen, dann könnt ihr (siehe Bild “ProtonMail Bridge Account verbunden”) auf die Schrift “Switch to split addressess mode” klicken, dann könnt ihr die E-Mail-Adresse eurer Wahl auswählen und erhaltet nur Nachrichten von dieser Adresse. 

Hierzu schaut euch die Bilder an:

ProtonMail Bridge Account hinzufügen
ProtonMail Bridge Account hinzufügen
ProtonMail Bridge Account
ProtonMail Bridge Benutzername einfügen
ProtonMail Bridge Account verbunden
ProtonMail Bridge Account verbunden – So sollte das nach einer erfolgreichen Verbindung bei euch aussehen
ProtonMail ProtonMail Bridge Account - Switch to split addressess mode
ProtonMail Bridge Account – Switch to split addressess mode – Hier könnt ihr die gewünschte E-Mail-Adresse auswählen

Die angezeigten Einstellungsdaten im nächsten Bild (natürlich die, die bei euch zu sehen sind), braucht ihr dann später für die Eingabe von eurem IMAP-Konto in eurem Desktop-Client (im diesem Beispiel Outlook).

ProtonMail Bridge Account - Eingabedaten
ProtonMail Bridge Account – Eingabedaten für Outlook oder andere Clients

ProtonMail-Konto in Outlook anlegen

Ist die Installation der Bridge vollbracht, so kommen wir zum nächsten Schritt, dem Einrichten des Email-Konto im Outlook-Programm. In dem hier gezeigten Beispiel nutze ich die aktuelle Version (Stand Oktober 2019) von Outlook aus dem Office 365-Paket (habt ihr noch keines, dann klickt unten auf den Banner).

Zunächst startet ihr euer Microsoft Outlook, klickt dann im folgendem Fenster oben links in der Ecke auf „Datei“ und im nächsten Fenster „Informationen“ auf den Button „Konto hinzufügen“.

ProtonMail Outlook Konto hinzufügen 1
ProtonMail Outlook Konto hinzufügen

Im nun folgenden Fenster tragt ihr eure ProtonMail-Emailadresse ein, markiert die erweiterten Optionen und klickt auf „Verbinden“.

Nun wählt ihr bei den Kontoarten die Option „IMAP“ aus.

OUTLOOK ProtonMail Adresse eingeben
ProtonMail Adresse eingeben
OUTLOOK ProtonMail Einrichtung IMAP
ProtonMail Einrichtung – Option IMAP

Jetzt gibt ihr weiter oben schon beschrieben, die Zugangsdaten von der ProtonMail Bridge in die einzelnen Felder ein. Die unter dem Punkt „Server“ eingetragene IP-Adresse 127.0.0.1 steht für localhost, also dieser Computer. Als Verschlüsselungsmethode wählt ihr „STARTSSL“ aus und klickt auf „Weiter

ProtonMail Outlook Konto hinzufügen Serverdaten
ProtonMail Outlook Konto hinzufügen Serverdaten

Nun müsst ihr noch euer Passwort (Das angezeigte in der ProtonMail Bridge) eingeben und diesen Vorgang mit dem Klick auf „Verbinden“ abschließen.

ProtonMail Outlook Konto hinzufügen Passwort
Passwort für das Konto eingeben (nicht das Passwort vom Webmailer, sondern aus dem Fenster der ProtonMail Bridge.

Wenn ihr nun Schritt für Schritt die einzelnen Stepps wie in dieser Anleitung angeben durchgegangen seid, dann solltet ihr im Posteingang von Outlook nun das angelegte ProtonMail-IMAP-Konto links in der Ordner-Übersicht zu sehen sein.

ProtonMail Outlook Einrichtung abgeschlossen
Einrichtung für das Outlook-Konto ist abgeschlossen

Von nun an werden eure Emails die über euer ProtonMail-Konto gesendet und empfangen werden in Echtzeit von der Bridge ver- und entschlüsselt.

ProtonMail-Software / Apps

Als Software für die einzelnen Desktop-Systeme wird die oben schon vorgestellte ProtonMail-Bridge angeboten. Diese Bridge ist für die Plattformen Windows, macOS und einer Beta auch für Linux erhältlich. Eine reine native Software wird für keines der Desktop-Systeme angeboten. Für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS ist in den jeweiligen App-Stores eine App erhältlich.

Sicherheit von ProtonMail

Eines vorab und mein Tipp an euch. Wollt ihr bei der Nutzung des Webmailers auf Nummer sicher gehen, dann nutzt einen “nackten” Browser ohne Add-On´s oder euren Desktop-Client in Verbindung mit der ProtonMail-Bridge. Warum? Verschiedene Add-On´s lesen euren Traffic mit oder zeichnen diesen auf. Diese Tatsache trägt natürlich nicht zur Sicherheit einer verschlüsselten E-Mail bei und betrifft fast sämtliche Browser-Dienste. Daher mein Tipp an euch “Nutzt die Bridge”. 

Volle PGP-Unterstützung

Wie bereits weiter oben in diesem Artikel erwähnt, bietet ProtonMail seit Mitte 2018 volle PGP-Unterstützung an und kann daher auch zur verschlüsselten E-Mail-Kommunikation mit anderen PGP-E-Mail-Diensten genutzt werden. Des Weiteren können PGP-E-Mail-Adressen von anderen Diensten in euer ProtonMail-Postfach importiert werden, da das Importieren vorhandener PGP-Schlüssel möglich ist. 

Lizenz-Modelle von ProtonMail

Hier bietet der Email-Provider einmal als eingeschränkte Free-Lizenz und als Premium-Lizenz an.

Die eingeschränkte Lizenz Free bietet euch die folgenden Funktionen an.

  • Speicherplatz in Höhe von 500MB
  • Versenden von maximal 150 Nachrichten pro Tag
  • Webmailer
  • Eingeschränkter Support

Für die meisten Nutzer wird das sicherlich reichen und ist somit vollkommen ausreichend. Wer aber zum Beispiel die in diesem Beitrag vorgestellte ProtonMail-Bridge und somit einen Desktop-Client nutzen möchte, der muss zu den Premium-Lizenzen greifen. Was diese Premium-Lizenzen beinhalten könnt ihr weiter unten in der Lizenz-Übersicht sehen.

Was ich persönlich ganz gut finde, das ein Downgrade auf die Free-Lizenz jederzeit möglich ist und ihr durch dieses Downgrade keine Daten verliert.


Plus

5.00

monatlich

Jährlich 4 € /Monat

1 Nutzer
5 GB Speicherplatz
5 Adressen
1 eigene Domain
1000 Nachrichten am Tag
200 Ordner / 200 Kategorien
Support
Benutzerdefinierte Filter
Abwesenheitsnotizen
Catch all Weiterleitungen E-Mail Adresse
Unterstützung für mehrere Benutzer

VPN-Schutz (optional)

Professional

8.00

Monatlich

Jährlich 6,25 €/Monat

1 Nutzer
5 GB Speicherplatz (pro Nutzer)
5 Adressen / Nutzer
2 eigene Domains
Unbegrenztes Senden
Unbegrenzte Anzahl Ordner/Kategorien
Priosierter Support
Benutzerdefinierte Filter
Abwesenheitsnotizen
Catch all Weiterleitungen E-Mail Adresse
Unterstützung für mehrere Benutzer
VPN-Schutz (optional)

Visionary

30.00

Monatlich

Jährlich 24 € /Monat

6 Nutzer
20 GB Speicherplatz
50 Adressen
10 eigene Domains
Unbegrenztes Senden
Unbegrenzte Anzahl Ordner/Kategorien
Priosierter Support
Benutzerdefinierte Filter
Abwesenheitsnotizen
Catch all Weiterleitungen E-Mail Adresse
Unterstützung für mehrere Benutzer
ProtonVPN Visionary enthalten


Testergebnis

9.4 / 10 Testergebnis
{{ reviewsOverall }} / 10 Lesermeinung (0 Abstimmen)
Positiv
  • Angenehme leichte Bedienung des Webmailers
  • Viele Funktionen
  • Jetzt volle PGP-Unterstützung
  • Bridge zur Nutzung von Desktop-Clients (Outlook, Thunderbird, etc.)
  • Nutzung von Custom-Domains möglich (nur bezahlte Tarife)
  • Negativ
  • Zur Zeit keine nativen Programme für Windows, macOS und Linux vorhanden
  • Bridge nur für bezahlte Tarife
  • Fazit
    Mein Fazit zu ProtonMail

    Für alle die keine Postkarten (so darf man sich unverschlüsselte E-Mails vorstellen) durch das Internet flattern lassen wollen und zur Verschlüsselung eine einfach zu bedienende Lösung suchen, die sind mit ProtonMail auf der sicheren Seite.
    Lobenswert ist zu erwähnen, dass dieser Dienst ständig weiterentwickelt und verbessert wird. Community-Wünsche werden hier auch wirklich berücksichtigt. Wer die Anmerkungen von mir bezüglich der Sicherheitsvorkehrungen weiter oben in diesem Artikel beachtet (Hinweisbox), der ist mit ProtonMail sicher aufgehoben.
    Aber ihr wisst ja, eine wirklich 100 % sichere Lösung gibt es nie.
    Bedienung10
    Sicherheit9
    Funktionen9.5
    Preis / Leistung9
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    Marcel von SecureBits

    Bin schon ewig mit der IT verbunden und interessiere mich hauptsächlich für die Themen IT-Sicherheit, Programmierung und Gesellschaft. Betreibe diesen Blog aus Leidenschaft und setze mich für eine sichere IT-Landschaft ein, um das Recht auf Privatsphäre mit kleinen Mitteln zu schützen. Freue mich immer über Kommentare von euch und wenn es mir möglich ist, helfe ich gerne.

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